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Mitleid, ich hasse dich!

Mitleid. Wir fühlen mit jemandem mit und es tut uns leid, dass dieser Jemand eine schwere zeit durchmacht, was bringt uns das eigentlich? Ich meine, ab und zu ist Mitleid eine wohltuende, entspannende Massage für die Seele, doch viel nützt es uns nicht. Ich bin kein Mensch, der ein grosser Fan von Mitleid ist, obwohl ich es manchmal auch gern habe, wenn andere Menschen meine schwere Situation anerkennen. Ich bin die Art von Mensch, die nicht will, dass andere Menschen traurig wegen meiner Situation sind. Ich meine, es ist ja nicht ihre und es bringt mir auch nichts. Wie also soll ich einem Menschen andauernd Mitleid schenken, wenn ich es nicht mag?

Okay, nochmal auf Anfang. Über was ich eigentlich schreiben wollte, war der Fakt, dass jemand in meinem Umfeld sich Mitleid wünscht. Und das dauernd. Ich meine wirklich nicht ab und zu, morgens oder zu sonst einer Tageszeit, sondern 24 Stunden am Tag (okay, um fair zu sein vielleicht nicht in der Zeit, in welcher ich am schlafen bin, denn ich kann ja schlecht schlafen und anderen mein Mitleid mitteilen). Das nervt. Gewaltig. Ich kann die Person wirklich verstehen, in ihrem Leben läuft einiges schief, doch muss man das doch nicht andere spüren lassen. Mein Motto ist: Augen zu und durch. Sag es vielleicht deiner Freundin / deinem Freund um einen guten rat zu bekommen, doch wiederhole es doch nicht andauernd, obwohl du weisst, dass sie dir nicht helfen können. Mich macht es wütend, wenn jemand mir seine Situation zum tausensten Mal erklärt und ich nichts machen kann. Die Person zeigt mir damit nur tausendfach auf, wie schlecht und machtlos ich bin. Und deswegen werde ich wütend. Ich will aber niemanden anzicken, der schon in einer dummen Situation steckt und so ignoriere ich das tausendste Winseln nach Mitleid einfach. Soll ich verraten, was die Person jetzt über mich denkt? Sie glaubt mir sei es egal, wie es ihr geht. Suuuper. Ganz toll. Und alles, weil ich nur versuche die Person nicht anzuzicken. Und das auch nur, weil ich Mitleid hasse. Tolles Mitleid. Ich hasse es wirklich.

1 Kommentar 3.11.14 14:40, kommentieren

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Happy-Endings

Als Kind träumt man immer von einer glücklichen Zukunft und man sorgt sich vor der Unglücklichen. Sogar als Erwachsener tut man das noch oft. Die Wahrheit aber ist, dass es weder das eine, noch das andere gibt.

Es gibt kein absolutes Happy-End, wie in Filmen. Ich meine, ein Film hört irgendwann einfach auf. Er kann nicht das ganze Leben der Hauptpersonen zeigen. Niemanden würde das "Danach" nach dem Abenteuer noch interessieren. Und ausserdem wäre der Film dann zu lang. Und so wird uns schon im Kindesalter gelehrt, dass alles mit einem Happy-End aufhört. Was aber, wenn wir plötzlich bemerken, dass dieser Happy-End schon hinter uns liegt, der Film schon längst vorbei ist und wir auf die nächste Krise zusteuern? Sollen wir auf das nächste Happy-End warten? Gibt es überhaupt noch ein Happy-End in unsere Geschichte? Und was wenn ja?  Dann sind wir einen Moment lang glücklich und im  Nächsten knallen wir schon wieder gegen die Wand.

Ich bin keinesfalls Zyniker, im Gegenteil, alle meine Freunde nennen mich eine Optimistin, doch ich denke, dass schwere Zeiten, so doof und klischeehaft es auch klingen mag, gut für uns sind. Ich meine wer will schon in einer kitschig bunten Welt leben, in der alle glücklich umherspringen, Lieder trällern und die Sonne jeden Tag scheint (metaphorisch gesprochen)? Ich jedenfalls nicht, denn wie erkläre ich es dann den Leuten, wenn ich einfach 'mal keinen Bock auf's Liederträllern habe? Ich würde plötzlich der typische Disney-Bösewicht sein, der den Menschen das Liederträllern verbietet. Ausserdem formen uns die schweren Zeiten auch. Sie machen uns stärker, robuster, auch was Stresssituationen angeht. Ich selbst hatte vor einer Weile eine schwere Zeit, manche würden sagen, sie sei noch nicht vorbei. Meine Mutter ist krank, mein Vater Alkoholiker und ich gerade dabei meinen Weg ins Erwachsenenleben zu finden. Doch hey, ich bin dankbar für die Idioten, die mir noch in den Weg geschmissen wurden. Lange Zeit über haben mich viele Menschen in meinem Umfeld niedergemacht, haben mir gesagt ich sei dumm, hässlich und schwach, kurz ausgedrückt. Lange Zeit habe ich ihnen geglaubt, doch dann hat mir jemand gesagt, dass egal, was die anderen sagen, ich immer ich bin und ich selbst entscheide, wie ich sein will. Und heute bin ich hier. Die Idioten leben immer noch in meinem Umfeld, doch haben sie es aufgegeben mir vorzuschreiben, wer ich sei. Alle um mich herum bewundern mich für meine Stärke und auch wenn es innerlich oft noch schmerzt, bin ich ich. Und ich bin glücklich so. Und auch wenn ich weiss, dass dieses Happy-End nur von kurzer dauer ist, so ist es dennoch nicht weniger wert. Ich geniesse es, solange es andauert und wenn mich die nächste Welle von den Füssen reissen will halte ich mich an dem Gedanken, dass ich auch die letzte überlebt habe, fest. So trifft sie mich immer noch mit voller Wucht, doch obwohl ich nicht darauf vorbereitet sein mag, habe ich doch noch einen Arm mehr um mich am Pfeiler meines Schiffes festzuhalten.

4 Kommentare 1.11.14 16:39, kommentieren